Mietrecht im Todesfall – Möglichkeiten

Die Kündigungsmöglichkeiten anlässlich des Todes eines Mieters sind unterschiedlich, je nachdem, ob das Mietverhältnis mit Mitmietern, Eintrittsberechtigten oder Erben fortgeführt wird oder werden kann.

Fakt ist, hatte der Verstorbene den Mietvertrag mit anderen gemeinsam abgeschlossen, so können die überlebenden Mitmieter das Mietverhältnis außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen. Die Gesetzliche Frist bedeutet, dass eine Kündigung, die bis zum dritten Werktag eines Monats erklärt wird, zum Monatsende des übernächsten Monats wirksam wird. Da die normale Kündigungsfrist für Mieter ebenfalls nur drei Monate beträgt, hat dieses außerordentliche Kündigungsrecht beim Tod eines Mitmieters nur noch in folgenden Fällen besondere Bedeutung: Es gilt auch dann, wenn der Mietvertrag befristet und die ordentliche Kündigung ausgeschlossen war. Hier wäre ohne den Tod eines Mitmieters eine Kündigung nicht möglich gewesen.

Betreffend der überlebenden Mieter, diese müssen innerhalb eines Monats kündigen, nachdem sie vom Tod des Mitmieters Kenntnis erlangt haben. Die Kündigung ist von allen überlebenden Mietern gemeinsam zu erklären und wirkt für alle gemeinsam. Beispiel für die Berechnung der Fristen: Drei Brüder haben eine Wohnung gemietet. Einer von ihnen stirbt am 7. Juni. Während der eine überlebende Bruder noch am selben Tag davon erfährt, hört der andere, der sich auf einer Auslandsreise befand, erst am 10. Juni davon. Die Kündigung kann innerhalb eines Monats, vom 10. Juni an gerechnet, erklärt werden, also spätestens am 10. Juli. Kündigen die Brüder bis zum 3. Werktag im Juli, so endet das Mietverhältnis am 30. September, kündigen sie später, aber bis zum 10. Juli, endet das Mietverhältnis am 31. Oktober.

Der Vermieter

Nun bezogen auf den Vermieter. Sie als Vermieter haben gegenüber den überlebenden Mitmietern kein außerordentliches Kündigungsrecht. Auch wenn durch den Tod derjenige Mieter wegfällt, der Ihnen am zuverlässigsten und finanzkräftigsten erschien, können Sie den übrigen Mietern allein aufgrund des Todes des einen Mieters nicht kündigen. Die gesetzlichen Kündigungsmöglichkeiten, die unabhängig vom Tod eines Mieters gelten, beispielsweise die Eigenbedarfskündigung oder eine Kündigung wegen bereits eingetretener Mietrückstände, stehen Ihnen natürlich auch jetzt zur Verfügung. Ansonsten müssen Sie abwarten, ob sich Ihre Befürchtungen bestätigen. Wenn es zum Beispiel tatsächlich in der Folgezeit zu Zahlungsrückständen oder zu Missachtungen der Hausordnung kommt, können Sie das Mietverhältnis begründeterweise kündigen. Für die eintrittsberechtigten Personen, die mit dem Mieter einen auf Dauer angelegten gemeinsamen Haushalt geführt haben, ohne Mitmieter zu sein, sieht das Gesetz keine besonderen Kündigungsmöglichkeiten vor. Sie sind durch das Recht, den Eintritt in das Mietverhältnis abzulehnen, hinreichend geschützt.