Grabdenkmale als ewige Erinnerung

Auch, wenn der Begriff „Denkmal“ am ehesten mit monumentalen Kunstwerken assoziiert wird, gilt generell alles, was zur Erinnerung an eine/n Verstorbene/n auf einem Grab errichtet ist, als Grabdenkmal. Dazu zählen Kreuze, Steine oder Grabplatten genauso wie Säulen, Statuen, Grabhäuser und Gruften. Grabmale sind in praktisch allen Kulturkreisen üblich, allerdings in äußerst unterschiedlichen Formen.

Das herausragende Qualitätsmerkmal moderner Grabdenkmale liegt – im Gegensatz zu früher – heute aber nicht mehr in imposanter und offensichtlich teurer Ausführung, sondern zunehmend in der individuellen Note, mit der die Gestaltung erfolgt.

Kreativität zunehmend gefragt

Grabdenkmale unterliegen dem Zeitgeist ebenso wie etwa die Architektur. Orientierte sich die Grabmalgestaltung noch bis ins vorige Jahrhundert zumeist am Klassizismus und der Romantik, wenn Säulen, Pyramiden oder Grabstelen entworfen wurden, hat sich dieser Zugang binnen weniger Jahrzehnte grundlegend verändert.

Mit den gesellschaftlichen wie künstlerischen Reformbewegungen des 20. Jahrhunderts geriet auch der Gedanke, Grabdenkmale in erster Linie als Repräsentations- und Statusobjekt einer Familie zu errichten, zusehends in den Hintergrund. Das Reihengrab mit gleichförmigen Grabmalen gewinnt – auch aus Kostengründen – immer mehr an Bedeutung und zählt auch heute noch zur meistgewählten Grabform.

Der aktuelle Trend geht dabei zu individuell gestalteten, teilweise bei Designern in Auftrag gegebenen Grabsteinen. Im Gegensatz zur klassischen Farbgebung im Schwarz-/Graubereich der Vergangenheit hat sich die Palette an verwendeten Farben zwischenzeitlich ebenfalls deutlich erweitert. Im Rahmen der jeweiligen Friedhofssatzung, welche die Formen und Ausmaße von Grabdenkmalen regelt, wird so kreativ wie möglich gestaltet.

Ganz oder gar nicht

Neben klassischen Natursteinen wie Granit oder Sandstein werden bei der Umsetzung moderner Entwürfe auch etliche andere Materialien eingesetzt: Metalle wie Bronze oder Aluminium, Holz, Glas, aber auch hochwertige Kunststoffe finden dabei Verwendung. Oftmals in unterschiedlichen Kombinationen. Die Entscheidung für ein Grabdenkmal wird heute sehr bewusst getroffen und mit individuellen Vorstellungen verbunden, etwas Besonderes zu schaffen.

Mit der Zunahme an Feuer- und Naturbestattungen zeigt sich allerdings auch ein völlig entgegengesetzter Trend: nämlich jener zur Minimalvariante bzw. zum vollkommenen Verzicht auf jegliches Grabdenkmal.