Ein Sarg kostet (k)ein Vermögen

Vom einfachsten Modell um rund 200 Euro bis zum hoch repräsentativen Stück um mehrere Tausend Euro: Wenn der Sarg über seinen ursächlichen Zweck hinaus beschaffen sein soll, ist vom Material bis zur Ausstattung einiges möglich. Und will natürlich entsprechend honoriert werden!

Die letzte Hülle

Seit rund 10.000 Jahren ist die Verwendung von Särgen und Urnen belegt. Die Ägypter etwa beerdigten ihre Verstorbenen in Gebilden aus geflochtenen Zweigen. Grabmale aus Stein beziehungsweise aus Holz oder Metall waren zunächst den Pharaonen und in Europa Päpsten, Kaisern und Königen und dann dem Adel vorbehalten, bis sie schließlich allgemein gängig wurden.

Zeitweise diente der Sarg bei Bestattungen armer Leute nur als Transportmittel wie etwa der vom österreichischen Kaiser Joseph II. Ende des 18. Jahrhunderts eingeführte „Sparsarg“, der den Leichnam durch eine Klappvorrichtung an der Unterseite ins Grab fallen ließ und x-fach wiederverwendet werden konnte.

Preisskala nach oben offen

Heute sind Särge sowohl für Erd- als auch für Feuerbestattungen vorgeschrieben. Und die Kosten differieren ganz beträchtlich. Ein ganz einfacher Holzsarg ohne weitere Ausstattung kostet zwischen gut 200 und rund 600 Euro. Extravagante Modelle kommen auf bis zu 3.000 Euro.

Die einfachsten Varianten sind aus Sperrholz gefertigt, bessere Särge bestehen aus massiver Kiefer, hochwertige Modelle sind beispielsweise aus Eiche gefertigt oder speziell verziert. Extravagante Exemplare sind auch bemalt oder mit kleinen Kristallen versehen erhältlich. Einige Anbieter fertigen Särge und Urnen nach individuellen Vorgaben. So können beispielsweise ein Lieblingsmotiv oder ein Portrait der/des Verstorbenen den Sarg verschönern. Diese Sonderanfertigungen erreichen Preise bis zu mehreren Tausend Euro.

Gut gebettet

Eine früher durchwegs übliche Aufbahrung wird heute seltener gewünscht. Dabei bekommen die engsten Angehörigen die Möglichkeit, die/den Verstorbene/n ein letztes Mal zu sehen, um Abschied zu nehmen und so den Tod besser verarbeiten zu können.

Der Innenraum eines Sarges wird aber aus hygienischen Gründen generell ausgelegt, bevor der Leichnam hineingelegt wird. Um auch das Innere des Sarges – speziell für eine Aufbahrung – ansprechend zu gestalten, stehen allerdings auch eigens gefertigte Sargkissen, -decken und -polster zur Verfügung. Die Bandbreite der zusätzlichen Kosten liegt hier pro Stück zwischen knapp 15 Euro und dem nahezu Zehnfachen.

Auch bei der Wahl des Sarges ist die Kostenspanne also eine Frage des Geschmacks und in hohem Maße des vorhandenen Budgets.